Das OK – Produktion 2018

Produktionsleitung
Therese Delay
Technik
Martin Geiger
Noah Geiger
Bühnenbau Jan Da Rin
Nicole Iten
Kostüme
Bettina Geiger
Ursina Bopp
Maske
Sandra Kupferschmid
Edilene Seifert
Marlen Knecht
Frisuren Brigitte Vogel
Gastro Peter Blesi
PR / Ticketing Urs Hellenbrandt
Dekoration
Walter E. Aeberhard
www.atelier-wea.ch

 

Das Ensemble – Produktion 2018

Rolle gespielt von
Iwan Kusmitsch Podkolessin Jan Da Rin
Fjokla Iwanowna Bettina Geiger
Agafja Tichonowna Leandra Grünenfelder
Irini Pantelejmonowna Nicole Iten
Arina Pantelejmonowna Ursula Brunner
Stepana / Dunjaschka Alice Schifferle
Alexandra Fjodorowna Kotschkarjowna Marlen Spatny
Iwan Pawlowitsch Rührei Jacques Fuchs
Baltasar Baltasarowitsch Schewakin Heinz Baumgartner
Nikanor Iwanowitsch Anutschkin Bernd Reichert
Alexei Dimitrijewitsch Starikow Urs Hellenbrandt

 

 

Regie Niklaus Stöckli
Regieassistenz Nicole Iten
Musik
Marianne Pfister
Choreographie Andrea Egli
Banner Heirat 2018

Das Stück – Produktion 2018

von Nikolaj Gogol – Bearbeitung Niklaus Stöckli

Wer da heiraten will oder soll, ist Iwan Kusmitsch, ein höherer Beamter, bereits leicht ergraut. Eigentlich gefällt ihm sein Junggesellenleben. Dennoch kommt er nach langem Nachdenken zum Schluss, dass es nun an der Zeit sei, sich eine Braut zu suchen. Mit dieser Aufgabe betraut er das Schadchen, die Brautwerberin, die sich unverzüglich an die Arbeit macht, mit der Zeit aber mehr und mehr verzweifelt, denn Iwan Kusmitsch kann sich nicht entscheiden. Die Wasserpfeife rauchend, liegt er im Hausmantel da, hört sich die Vorschläge des Schadchens an und vertröstet sie auf später. Bis dann seine Tante auf der Bildfläche erscheint und die Sache energisch an die Hand nimmt. Ein Hin- und Herüberlegen erlaubt sie nicht mehr. Die andern Freier, die sich für das gleiche Mädchen wie Iwan Kusmitsch interessieren, werden mit List und Grobheit vertrieben. Somit stünde nun einem rauschenden Hochzeitsfest nichts mehr im Wege. Aber Gogol hat eine Komödie geschrieben und nicht ein Rührstück. Er befiehlt deshalb dem Schicksal, den geradlinigen Pfad zu verlassen und eigenartige Wege einzuschlagen. So verblüffend der Schluss, so einfach die Moral: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Gogol ist ein russischer Autor des 19. Jahrhunderts. Das 19. Jahrhundert war das goldene Zeitalter der russischen Literatur. Eine ganze Reihe von aussergewöhnlichen Autoren lebte und schrieb in dieser Zeit: Puschkin, Gogol, Dostojewski, Tolstoi, Tschechow. Ihre Werke gehören allesamt zur Weltliteratur.

Gogol wurde berühmt durch seine Kurzgeschichten, in denen er den Alltag der normalen Menschen Russlands darstellte. Die meisten lebten in Armut, versuchten sich schlecht und recht durchs Leben zu schlagen, glaubten an Gespenster oder kannten zumindest wunderbare Gespenstergeschichten, die sie sich an den langen Winterabenden erzählten.

Sein Hauptwerk ist der Roman TOTE SEELEN. Ein freundlicher, geselliger und – wie man erst mit der Zeit merkt – krimineller ehemaliger Beamter reist quer durch Russland und kauft bei den Gutsbesitzern verstorbene leibeigene Bauern auf. Was er letztlich mit ihnen im Sinne hat, wird nicht klar. Denn der zweite Teil des Romans existiert nicht mehr. Unter dem Einfluss eines Mönches hat Gogol in einem religiösen Wahnanfall die zweite Romanhälfte verbrannt. Als er sich bewusst wurde, was er getan hatte, grämte er sich so sehr, dass er kurz darauf starb.

Gogol schrieb auch Theaterstücke, unter anderen die Komödie HEIRAT. Diese bringt nun das Klingnauer Theater zur Aufführung. Das Stück lebt von den teils skurrilen Charakteren und einer verblüffenden Handlungsführung. Es war Gogol ein Anliegen, seine Personen möglichst so sprechen zu lassen, wie sie es im Alltag taten. (Das brachte ihm, dem gebürtigen Ukrainer, den Vorwurf ein, sein Russisch sei mangelhaft.) Bei unserer Inszenierung versuchen wir dies zu berücksichtigen, indem alle Personen ihre eigene Sprache verwenden: Hochdeutsch, Süddeutsch, Romand-Deutsch, Schweizerdeutsch.

~ Niklaus Stöckli 2017